MONOPOLY - Eine Erfolgsgeschichte

Beinahe jeder kennt Monopoly. Es ist eines der bekanntesten und weltweit erfolgreichsten Brettspiele und wird in über 100 Ländern und in über 30 Sprachen verkauft.

Als Erfinder des Spiels gilt Charles B. Darrow. Inspiriert von „The Landlord's Game“, das Elizabeth J. Magie – später Elisabeth Magie Phillips – bereits 1904 erfunden und patentiert hatte, fertigte Darrow mitten in der Weltwirtschaftskrise der 30er Jahre zu Hause an seinem Küchentisch die erste Version von Monopoly mit den Straßennamen aus Atlantic City. Seine Freunde waren begeistert und Darrow begann, pro Tag zwei Spiele herzustellen und sie für zwei Dollar das Stück zu verkaufen. Natürlich konnte er die steigende Nachfrage bald nicht mehr selbst decken. Er bekam Hilfe von einem befreundeten Druckereibetreiber, der bis zu sechs Exemplare pro Tag produzieren konnte.

Darrow war überzeugt vom Konzept seines Spiels und bot die Lizenzrechte 1934 der Firma Parker Brothers an. Diese lehnten das Angebot jedoch ab, da sie nicht an ein Spiel glaubten, das länger als 45 Minuten dauert und zum einzigen Ziel hat, seine Mitspieler zu ruinieren. Daraufhin entschloss sich Darrow, den Vertrieb weiter selbst zu organisieren und ließ unter anderem 200 Exemplare über den auch heute noch bekannten und damals größten Spielwarenhändler in New York – F.A.O. Schwarz – vertreiben. Monopoly wurde ein Verkaufsschlager und war wegen der begrenzten Auflage sehr begehrt. Davon erfuhr auch Sally Baron, die Tochter des Parker-Gründers George Parker, und informierte ihren Mann Robert Barton davon, der damals Präsident von Parker war. Selbst begeistert von Monopoly nahm Barton sofort Kontakt zu Darrow auf und bereits drei Tage später wurden die beiden handelseinig.

1935 erwarb Parker die Lizenzrechte für Monopoly und bereits im ersten Jahr wurden bis zu 20.000 Spiele pro Woche produziert. Der Siegeszug von Monopoly hatte begonnen. Am Ende des ersten Jahres waren bereits mehr als eine Million Spiele verkauft worden – und das mitten in der Rezession. Kleine Notiz am Rande: um rechtliche Schwierigkeiten auszuschließen, kaufte Parker 1936 Elisabeth Magie Phillips die Patentrechte an ihrem „The Landlord's Game“ für 500 Dollar ab.

Der Erfolg des Spiels weitete sich schnell auch nach Europa aus. Dabei stattete fast jedes Land sein eigenes Spielbrett mit national bekannten Prachtstraßen aus. So ist zum Beispiel in Frankreich die Pariser Rue de la Paix das, was in Spanien der Paseo del Prado und in den USA der Boardwalk ist. 1936 wurde die Lizenz für Deutschland an die Firma Schmidt in Nürnberg vergeben. Der Spielplan wurde auf Deutschland angepasst und bekannte Berliner Straßen konnten für Reichsmark erworben werden. Grunewald und Schwanenwerder waren die teuersten Straßen. Heute enthält die klassische deutsche Edition fiktive Namen, möglicherweise weil bei der Neueinführung von Monopoly im Jahre 1953 noch nicht abzusehen war, ob Bonn die deutsche Hauptstadt bleiben, oder doch irgendwann wieder Berlin diesen Status erhalten würde. Mittlerweile gibt es viele verschiedene Version Monopoly. Unter anderem die beliebten Städte- und Regionalausgaben von Winning Moves.

Selbst im Ostblock wurde Monopoly erfolgreich, allerdings offiziell erst seit Ende der 80er Jahre. Das erste sowjetische Monopoly erschien 1988. In Nordkorea und Kuba ist das Spiel aber bis heute offiziell nicht erhältlich. Auch in der ehemaligen DDR war das Spiel verboten. Das hielt Fans aber nicht davon ab, sich ihre eigenen Versionen zu improvisieren. 1991 wurde das Unternehmen Kenner-Parker-Tonka durch den amerikanischen Spielwarenkonzern Hasbro gekauft, der damit auch die Rechte an Monopoly übernahm.

Im Jahr 2007 begann der deutsche Hersteller eine Internetabstimmung für die Ausgabe Monopoly Deutschland, die im Herbst 2007 erscheinen sollte. Von 41 vorgeschlagenen Städten sollten 22 für den Spielplan ausgewählt werden – anstelle der sonst üblichen Straßen. 

Nach Abschluss der Abstimmung wurden folgende Städte in der Reihenfolge des Wahlergebnisses angeordnet:

Heidelberg, Mannheim, Regensburg, Bielefeld, Münster, Düsseldorf, Würzburg, Schwerin, München, Bremen, Köln, Leipzig, Frankfurt am Main, Jena, Lübeck, Chemnitz, Augsburg, Hamburg, Halle, Aachen, Berlin und Saarbrücken

Die Bahnhöfe sind Nürnberg, Köln, Hamburg und Leipzig.

Wasser- und Elektrizitätswerk wurden durch Anlagen für erneuerbare Energieerzeugung wie Solar- und Windkraftanlagen ersetzt.

Ganz sicher können wir uns auch in Zukunft noch über viele kreative Versionen des Jahrhunderspiels freuen. Oder Sie spekulieren einfach einmal wieder in der klassischen, ursprünglichen Version von Monopoly. Sie hat nichts von ihrem Reiz verloren. Viel Spaß beim Spielen!

Tags: Spiele, History
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